Das Running Man Remake hat mich mehr genervt als begeistert

Gestern am späteren Abend bin ich mit einem Freund aus dem Kino gestolpert, beide ein bissl verwirrt und irgendwie leer. Wir hatten uns The Running Man Remake angeschaut, obwohl wir schon vorher ein eher mulmiges Gefühl hatten. Eh klar, man will ja mithalten bei den neuen Releases, aber gleichzeitig fragt man sich dann schon. Muss echt alles noch einmal neu aufgelegt werden?

Schon beim Reingehen hab ich mir gedacht, dass Edgar Wright zumindest ein kleiner Trost sein könnte, weil ich seine Energie normalerweise liebe. Und ja, am Anfang war ich sogar überrascht. Die ersten 30 oder 40 Minuten haben richtig gezogen. Schneller Schnitt, gute Musik, lässige Montagen. Glen Powell, der diesmal Ben Richards spielt, ist wirklich charismatisch. Er hat das Ganze getragen, mit einer Lockerheit, die fast ansteckend war. Vielleicht wirkt er sogar fast zu perfekt, aber gut, das ist Jammern auf hohem Niveau.

Aber dann, irgendwann kippt der Film. Genau so, wie es in der Vorlage beschrieben wurde. Ein zähes Pacing, das sich anfühlt wie drei Stunden, obwohl es weniger sind. Die politischen Messages sind mir irgendwann wirklich auf die Nerven gegangen. Nicht, weil ich mich nicht mit dem Thema auseinandersetzen mag, sondern weil es einfach so platt daherkommt. Kapitalismuskritik, die man schon tausendmal gesehen hat, aber diesmal mit dem Holzhammer. Gleichzeitig spürt man, wie viel Product Placement reingedrückt wurde und ich hab mir gedacht, das widerspricht sich doch eh alles selbst. Da sitzt du im Kino und fragst dich, ob das irgendwer ernst meint.

Mein Freund hat mir nachher beim Heimgehen nur zugeflüstert, das wir uns sparen hätten können. Und ich hab ihm zugestimmt. Nicht weil der Film komplett schlecht war, sondern weil er einfach unnötig wirkt. Ein weiteres Remake, das keiner wirklich gebraucht hat. Also ja, meine 2 Cent zu diesem weiteren Hollywood Durschnittsschinken.

Mein enttäuschter Blick auf Stefan Raabs gescheitertes Comeback

Wieder einer dieser Momente, wo man merkt, dass etwas vorbei ist. Nicht, weil man es will, sondern weil die Zeit einfach weitergegangen ist. Genau so fühlte es sich an, als ich Stefan Raabs Comeback gesehen hab.

Ich war einer von denen, die ihn damals gefeiert haben. Er war eine LEGEND. TV Total, Schlag den Raab, ESC. Das war Kult, frech, kreativ. Raab war der Typ, der das Fernsehen neu erfunden hat. Und dann kam dieser Moment, als er zurückkehrte, und plötzlich war alles, wie beschreib ich es am besten? Irgendwie, naja, leer. Die gleiche Show, der gleiche Witz, aber ohne Seele.

Klengan hat das in seinem Video perfekt zusammengefasst. Raab hat nicht nur die junge Zielgruppe verfehlt, sondern eigentlich alle. Es wirkt, als hätte er versucht, 2005 in 2025 zu retten, und dabei vergessen, dass das Publikum längst woanders ist. Auf YouTube, auf TikTok, überall, nur nicht vor dem Fernseher.

Was mich besonders getroffen hat, war, dass er selbst nicht gemerkt hat, wie sehr er den Anschluss verloren hat. Diese Apache-Parodie war der Tiefpunkt. Früher hätte Raab solche Künstler eingeladen, nicht verspottet. Heute wirkt er wie jemand, der sein Spiegelbild nicht mehr erkennt.

Vielleicht ist das die bittere Wahrheit über Comebacks: Man kann die Vergangenheit nicht wiederbeleben, ohne in der Gegenwart verloren zu gehen. Ich frag mich nur, ob Raab das irgendwann selbst erkennt.