Solo Gaming ist gut für die mentale Gesundheit

Man merkt meistens leider erst recht spät, was einem wirklich gut tut. Bei mir war das ausgerechnet Solo Gaming.

Ich habe lange geglaubt, allein spielen wäre nur Rückzug. Ein netter Zeitvertreib halt, mehr nicht. Aber in einer Phase, in der ich vom Job schon ziemlich ausgebrannt war, wurde genau das zu etwas viel Wichtigerem. Red Dead Redemption 2 hat mich über mehr als ein halbes Jahr begleitet, ganz ohne Eile. Ich bin durch diese ruhige, weite Welt geritten und hab gemerkt, wie mein Kopf langsam leiser wird. Nicht auf magische Weise, eh klar. Aber spürbar. Und ehrlich gesagt, das war damals fast schon genug.

Vielleicht berührt mich das Thema auch deshalb so, weil es eben nicht nur ein Gefühl ist. Der Youtube Kanal Werd Erwachsen! hat dazu ein starkes Video gemacht und in den Kommentaren viele Quellen gesammelt. Genau diese Mischung aus persönlicher Erfahrung und Forschung finde ich spannend. Da geht es um weniger Stress, mehr Selbstbestimmung und darum, dass nicht die Spielzeit alles entscheidet, sondern ob sich das Spielen gut ins eigene Leben einfügt. Das ist eine wichtige Nuance, die man leicht vergisst.

Für mich war Solo Gaming keine Flucht. Eher ein stiller Ort, an dem ich mich wieder ein bissl eingesammelt habe. Wer gerne spielt und gerade viel um die Ohren hat, sollte sich das YT Video mal ansehen bzw sein Lieblingsspiel wieder herausholen.

Zehn Jahre Funkstille

Nostalgische Gedanken kommen oft irgednwie so ganz leise daher. Gestern Abend war so ein Moment. Ein simples Treffen zum Essen, eigentlich nichts Großes. Und doch hat es mich mehr beschäftigt, als ich zuerst gedacht hab.

Ich hab mich mit einem alten Studienfreund getroffen, wir haben uns fast zehn Jahre nicht gesehen. Zehn Jahre. Das klingt immer so dramatisch, wenn man es ausspricht. Früher saßen wir gemeinsam in überfüllten Hörsälen, heute erzählen wir uns von Jobs, Wohnungen (er konnte mir einige tolle Tipps geben, die er auch auf seinem Blog „Einfach schön wohnen“ postet) und generell davon, wie schnell die Zeit plötzlich rennt. Am Anfang war es ein bissl holprig, ein paar Sekunden zu lange Pausen, vorsichtiges Abtasten. Aber das hat sich schnell gelegt.

Das Essen kam und irgendwie war das der Wendepunkt. Vor mir lag ein perfekt gebratenes Steak, saftig, mit schönen Grillspuren, oben drauf ein Zweig Rosmarin. Daneben Brokkoli, Karotten und ein cremiges, orangefarbenes Püree, alles liebevoll angerichtet. Genau so ein Teller, bei dem man kurz innehält, bevor man anfängt zu essen.

Mit jedem Bissen wurden auch die Gespräche entspannter. Wir haben gelacht über alte Uni Geschichten, über dumme Entscheidungen, die sich im Nachhinein gar nicht mehr so schlimm anfühlen. Es war vertraut, fast so, als wären keine Jahre dazwischen gewesen. Und gleichzeitig war klar, dass wir beide andere Menschen sind als damals.

Am Heimweg hab ich mir gedacht, wie wertvoll solche Abende eigentlich sind. Man vergisst das im Alltag viel zu leicht, ehrlich gesagt. Vielleicht sollte man alte Kontakte öfter wieder aufleben lassen, auch wenn es Überwindung kostet.