Als ich Batman Begins vor kurzem wieder gesehen hab, ist mir etwas klar geworden. Manche Filme altern nicht, weil sie nie versucht haben modern zu wirken. Genau das macht Christopher Nolans Batman heute noch so besonders.
Nach dem peinlich bunten Batman & Robin wusste damals eigentlich niemand mehr, was man mit der Figur anfangen soll. Warner Bros. hatte Angst vor dem nächsten Flop und diskutierte völlig absurde Ideen. Erst Nolan kam mit einem Ansatz daher, der erstaunlich simpel war. Er behandelte Batman nicht wie einen Comichelden, sondern wie einen verletzten Menschen.
Vielleicht funktioniert der Film deshalb bis heute so gut. Alles fühlt sich glaubwürdig an. Die Stadt. Die Angst. Sogar Bruce Waynes Wut wirkt nie künstlich. Nolan schrieb das Drehbuch gemeinsam mit David Goyer in seiner Garage, fern von jedem großen Hollywood Glamour. Irgendwie passt das perfekt zu diesem Film. Etwas Intimes wurde später zu einem gigantischen Klassiker.
Auch die Besetzung war nahezu perfekt. Christian Bale bringt diese innere Zerrissenheit mit, ohne sie ständig erklären zu müssen. Und Gary Oldman als Gordon ist für mich bis heute unerreicht. Jeder Charakter wirkt müde vom Leben, aber trotzdem hoffnungsvoll. Vielleicht ein bissl wie wir alle manchmal.
Und dann dieser Einfluss auf Hollywood. Ohne Batman Begins gäbe es den modernen Bond vermutlich nicht in dieser Form. Ehrlich gesagt würd ich alles dafür geben, Nolan einmal selbst einen Bond drehen zu sehen.
P.S: Wer noch tiefer in den Film eintauchen will, dem kann ich das Video von Kolo Kino sehr ans Herz legen. Tolle Einblicke!