by Harald Kepler
Stouxingers - fällt das noch unter die Bezeichnung a cappella? Ja, doch. Und andererseits auch wieder nicht. Die Vokalformation mit Stützpunkt Berlin kommt zwar ohne Instrumentalbegleiter aus (insofern stimmt a cappella also), mit den weit verbreiteten Klischees der Gattung - vom überstrapazierten kleinen, grünen Kaktus der Comedian-Harmonists-Nacheiferer bis zum Close-Harmony-Satz im Barbershop - hat ihre Musik jedoch rein gar nichts zu tun. Eher schon mit einer erfrischenden und kraftvollen Kombination aus Jazz, Pop und R&B, mit Lust am Entdecken, Freude am Experiment und Freiheit in der musikalischen Gestaltung. All das und vieles mehr verbinden die Stouxingers zu einem unverwechselbaren Sound, der ihnen unter Kritikern und Kollegen höchste Weihen eintrug. Ward Swingle, Schöpfer der legendären Swingle Singers und Gottvater des mehrstimmigen Popgesangs, beispielsweise verkündete hingerissen: "Your style is unique." Gabriel Crouch von den King's Singers zeigte sich ebenfalls restlos begeistert, er bekannte beeindruckt: "You're better than any group I've ever heard!"
Solche Lobeshymnen hat sich das Sextett mit harter Arbeit redlich verdient. Die von Michael Eimann gegründete Vokalgruppe ging zunächst durch eine längere Findungsphase, bevor sich im Jahr 2005 die jetzige Besetzung herauskristallisierte, als da wären: Katharina Debus (Sopran), Michael Eimann (Tenor; zugleich Komponist und Arrangeur der Stouxingers), Gregorio Hernández (Tenor), Konrad Zeiner (Bariton), Karsten Müller (Bass) und Thomas Piontek (als beatbox für die Rhythmusarbeit verantwortlich).
Eine Dame und fünf Herren mit den unterschiedlichsten musikalischen Hintergründen, von Pop über Jazz und Funk bis zur Klassik. Bei den Stouxingers bringt jedes Mitglied seine persönlichen Stilvorlieben ein, und es ist die besondere Leistung des ganzen Ensembles, dass daraus in jahrelanger Perfektionierung ein wunderbar homogener, satter Gesamtklang entstand. Nachzuhören ist die stilübergreifende Verbindung diverser Klangfarben etwa auf der CD "… nothing is real". Die Sangeskünstler entlocken ihren Stimmbändern und Kehlköpfen einen herrlich organischen Bandsound, der selbst die Fachwelt in Erstaunen versetzt. So äußerte Rebecca Christie, Kritikerin des RARB (The Recorded A Cappella Review Board), entzückt: "The Stouxingers have outdone themselves with the new record, which rocks out and sounds great … European a cappella at its accessible best." RARB-Kollege Thomas King kam genauso begeistert zu folgendem Schluss: "They should teach a masterclass on what it means to truly sing in the pocket."
In exzellenten Eigenkompositionen und originell bearbeiteten Fremdtiteln (darunter der TLC-Hit "Waterfalls" und der U2-Klassiker "When Love Comes To Town") meistern die sechs Vokalartisten selbst schwierigste Passagen ohne hörbare Anstrengung. Hier sind wahre Könner am Werk! Raffiniert gesetzte Jazzharmonien, funky groovende Rhythmen, softe R&B-Melodien und die Kontrapunktik des Barock (im Mittelteil des Eröffnungstitels "Six Voices") verknüpfen die Stouxingers zum einzigartigen Klangerlebnis. Ein ganz besonderes Bravourstück ist ihnen mit der Eigenkreation "Humanizoo" gelungen. Wie sie da nur mit ihren Mundwerkzeugen eine Zoo-Szenerie nachbilden und allerlei Tierlaute zur packenden Musik umformen, sucht seinesgleichen.
Live zählt "Humanizoo" zu den absoluten Publikumsfavoriten. Die Konzertbesucher werden bei dem Track singend eingebunden und gehen erfahrungsgemäß rückhaltlos mit. Wie auch sonst deren Beteiligung durchaus erwünscht ist. O-Ton Katharina Debus: "Es ist wunderschön, immer wieder zu erleben, wie sich unsere Euphorie in den Reaktionen unseres Publikums widerspiegelt." Das im Probenraum entwickelte Bühnenrepertoire entfaltet live in schöner Regelmäßigkeit seine mitreißende Wirkung. Bei dieser ansteckenden Musik kann man einfach nicht stillhalten. Erst wippt leicht der Fuß, dann schnipsen die Finger und am Ende bewegt sich der ganze Körper beschwingt im Beat.
Inzwischen verzaubern die Stouxingers das Publikum weit über die Landesgrenzen, ja über den gesamten deutschsprachigen Raum hinaus. Konzertreisen und Festivaleinladungen haben sie unter anderem nach Frankreich, Belgien, Italien, Finnland, Russland und in die Ukraine geführt. Durch asiatische Länder wie Taiwan, China, Singapur und Malaysia sind sie ebenfalls schon erfolgreich getourt. Egal wo sie auch Station machen, überall kommt ihre locker-mitreißende Performance ausgezeichnet an. Die Stouxingers haben auf der Bühne unübersehbar Spaß; Intonationssicherheit, höchste Disziplin bei den Stimmeinsätzen und überbordende Ausgelassenheit gehen bei ihnen Hand in Hand.
Nicht zuletzt deswegen gilt das Sextett weltweit als eines der besten Vokalensembles der Gegenwart, zahlreiche internationale Auszeichnungen stützen die Einschätzung. So wurde die Eigenkomposition "Six Voices" mit einem CARA (Contemporary A Cappella Recording Award), sozusagen dem Grammy für Vokalkunst, als bester Jazz-Song des Jahres 2008 geehrt. Das hat zuvor noch keine Gesangsgruppe aus Deutschland geschafft. Bei der Veranstaltung "Vokal Total" in Graz haben die Stouxingers zwei Ward Swingle Awards und drei Goldene Diplome (Jazz, Pop, Offene Kategorie) abgeräumt und sind zweimal zum Publikumsliebling gekürt worden.
Keine Frage, die Ausnahmegruppe spielt längst in der obersten Liga. Ihr Innovationswille, der Wagemut beim Erschließen künstlerischen Neulands, wird mit vollen Konzertsälen und begehrten Trophäen belohnt. Der Name "Stouxingers" steht unbestritten für Vokalmusik der Spitzenklasse!
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Live:
• „A Cappella Award“ Ulm 2010 – 2. Preis
• „Vokal Total“ in Graz 2006 – zweifacher Publikumssieger und erfolgreichstes Ensemble, 2 Ward Swingle Awards und 3 Goldene Diplome (Jazz, Pop, Offene Kategorie)
• „Jugend Kulturell“ 2004 – Sonderpreis der Jury
Tonträger:
• CARA 2008 (Contemporary A Cappella Recording Award) – weltbester Jazz-Song und zweitbestes Jazz-Album des Jahres
• Pick Of The Year ’08 und volle Punktzahl für “…nothing is real” beim Recorded A Cappella Review Board (RARB)
• Pick Of The Year ’05 für “everything ain’t everything…“ beim Recorded A Cappella Review Board (RARB)
• Konzerte u.a. in Frankreich, Belgien, Italien, Finnland, Russland und in der Ukraine sowie in Taiwan, Singapur, China und Malaysia
• Auftritte in der Schweiz, in Österreich und in ganz Deutschland (z.B. Gewandhaus Leipzig, Stadtpark Hamburg, Philharmonie Essen, Schlachthof München, Tränenpalast Berlin, Pantheon Bonn)
• A Cappella – Leipzig (D)
• A Cappella [H] – Hannover (D)
• Vokal Total – München (D)
• Voicemania – Wien (AT)
• Vokal Total – Graz (AT)
• A-Cappella-Appenzell – Appenzell (CH)
• A Cappella Hofkonzerte – Winterthur (CH)
• Viva Voce – Treviso (I)
• Vocal Zone – Kiew (UKR)
• Penang Island Jazz Festival – Penang (ML)
• Shanghai International Arts Festival – Schanghai (CN)
• Taichung Jazz Festival Hauptbühne – Taichung (TW)
• China Arts Festival – Guangzhou und Shenzen (CN)
• Chijmes Jazz Festival – Singapur (SG)
• Jazztage Dresden (D)
• Jazzfest Rottweil (D)
• Stadtfest München Hauptbühne (D)
• 100 Jahre Leiszhalle – Hamburg (D)
• „Messias Superstar“ mit Klazz Brothers (D)
• 2 Doppelkonzerte mit Cash ‘N Go (D)
• Doppelkonzert mit Flowalicious (D)
• Doppelkonzert mit The House Jacks (US)
• Doppelkonzert mit Hop O’ My Thumb (CH)
• Tournee mit The Magnets (GB) und Six Pack (D)
• A Cappella Nacht mit La Le Lu (D) und Montezuma’s Revenge (NL)
• Zusammenarbeit mit Paul Carrack (GB), Roger Chapman (GB), Heinz Rudolph Kunze (D), John Lord (GB), Chris Thompson (US) und Jocelyn B. Smith (US)
• Soundtrack für den deutschen Kinofilm „Mensch Kotschie“ (mit Stefan Kurt u.a.)
• Ensemble portraitiert vom ORF in Graz (AT)
• Radiopräsenz bei Deutschlandradio Berlin und MDR Figaro
• Live-Mitschnitte und deren Sendung bei NDR Kultur und MDR Figaro
• Studiogast bei Radio 1